Kunyaza
Afrikanische Sexualpraktik mit Tradition
Bevor wir darauf eingehen, was genau hinter der Kunyaza-Technik steckt, gibt es erstmal eine gute Nachricht für uns Frauen: Hier dürfen wir uns entspannt zurücklehnen und die „harte Arbeit“ ganz entspannt dem Partner oder der Partnerin überlassen
„Kunyaza“ bedeutet wörtlich übersetzt „zum Urinieren bringen“. Die Bezeichnung kann zunächst irritierend wirken, bezieht sich jedoch nicht auf tatsächliches Urinieren, sondern auf das sogenannte Squirting.
Die Technik stammt ursprünglich aus zentralafrikanischen Regionen wie Ruanda, Uganda, Burundi oder dem östlichen Kongo und wird dort seit vielen Jahren praktiziert. Ziel ist es, Frauen intensive Lustempfindungen und Orgasmen zu ermöglichen.
Charakteristisch für Kunyaza sind rhythmische Bewegungen und gezielte Berührungen im äußeren Intimbereich, die die Erregung steigern und intensive Reaktionen auslösen sollen.
Auf den ersten Blick mag die Technik ungewöhnlich wirken, doch genau darin liegt für viele auch ihr besonderer Reiz. Kunyaza gilt nicht als schnelle oder rein mechanische Praktik, sondern vielmehr als etwas, das Zeit, Aufmerksamkeit und Hingabe erfordert.
In einigen zentralafrikanischen Kulturen wird Kunyaza deshalb auch mit Wertschätzung, Nähe und Respekt gegenüber der weiblichen Lust verbunden. Ziel ist nicht möglichst schneller Sex, sondern intensive Wahrnehmung und das bewusste Eingehen auf die Reaktionen der Frau.
In Europa wurde das Thema unter anderem durch den ruandischen Sexualwissenschaftler Dr. Nsekuye Bizimana bekannter. Inzwischen beschäftigen sich auch Bücher und Dokumentationen mit der Technik und ihrer kulturellen Bedeutung.
Step by Step zum „7.-Himmel“-Gefühl
Die richtige Position
Für den Einstieg eignen sich vor allem Positionen, bei denen beide entspannt bleiben und die Bewegungen kontrolliert ausführen können.
Eine Möglichkeit ist die klassische Rückenlage: Du liegst entspannt auf dem Rücken, die Beine leicht angewinkelt, während dein Partner, deine Partnerin zwischen deinen Beinen kniet.
Alternativ kann er mit leicht angewinkelten Beinen sitzen, während du dich mit gespreizten Beinen auf seinen Schoß setzt. Dabei entsteht enger Körperkontakt und die Bewegungen lassen sich besonders bewusst wahrnehmen.
Es sollte angenehm gleiten
Damit sich die Bewegungen angenehm anfühlen, sollte genügend Feuchtigkeit vorhanden sein. Falls nötig, kann zusätzlich Gleitgel verwendet werden, um die Berührungen sanfter und entspannter wirken zu lassen.
Los geht’s
Zu Beginn entsteht meist zunächst ein langsames Wechselspiel aus Penetration, Rückzug und äußeren Berührungen. Der Fokus liegt dabei weniger auf schnellen Bewegungen, sondern vielmehr auf Rhythmus, Spannung und bewusster Stimulation der äußeren erogenen Zonen.
Charakteristisch für Kunyaza sind rhythmische Bewegungen und sanfte Berührungen im Bereich der Vulva. Dabei können unterschiedliche Bereiche – etwa die äußeren und inneren Schamlippen oder die Klitoris – abwechselnd stimuliert werden. Viele empfinden gerade dieses Spiel aus Tempo, Druck und Wiederholung als besonders intensiv.
Wichtig ist dabei vor allem, langsam zu beginnen und gemeinsam herauszufinden, welche Bewegungen sich angenehm anfühlen. Mit steigender Erregung können Intensität und Rhythmus angepasst werden. Zwischendurch kann Penetration immer wieder Teil des Liebesspiels werden, ohne dass sie dauerhaft im Mittelpunkt stehen muss.
Kunyaza lebt vor allem von Aufmerksamkeit, Geduld und dem bewussten Wahrnehmen der Reaktionen des Körpers. Dabei sollte weder Squirting noch ein bestimmtes Ziel unter Druck gesetzt werden. Viel wichtiger ist es, gemeinsam neugierig zu bleiben, sich auszuprobieren und das Erlebnis ohne Erwartungsdruck zu genießen.